Die Philosophie der Bhakti

Jedes Lebewesen sehnt sich nach Liebe. Jeder sehnt sich nach Frieden. Jeder möchte glücklich sein. Aber wir erhalten nur flüchtige Einblicke in diese grundlegenden menschlichen Bedürfnisse. Warum? Weil diese Welt nicht unsere wahre Heimat darstellt. Wir sind spirituelle Lebewesen und wir leben aber in einer materiellen Welt.

Dieses Zeitalter wird das “Zeitalter des Streites und der Heuchelei” genannt. Unsere Leben sind überfüllt mit “Geschäften”. Wir sind ständig im “Stress”. Überall vernimmt man Stimmen, welche mit diesem irrsinnigen Lebensstil brechen wollen. Alle Menschen wollen lieben, geliebt werden. Alle wollen Glück und Frieden in ihren Leben finden.

Aber wir benutzen immer unseren Geist. Wir sind alle vom Geist beeinflusst. Und er führt uns zu so vielen Orten. Wegen diesem Geist sind wir nicht ruhig. Weil sich der Geist nicht auf eine Sache konzentrieren kann. Wenn sich dieser Geist auf eine Sache fixiert, wird man ruhig. Jeder weiß das. Wir müssen prüfen, wie uns der Geist bewegt und wie er uns zu so vielen Orten führt. „Mach das. Mach jenes. Jetzt machst du das. Führe dieses Projekt durch, diese Planung, dann jene!“ Es gibt kein festes Ziel für den Geist. Er rennt immer materiellen Dingen hinterher, weil er keinen Geschmack an der höchsten reinen Tugend hat. Wir können die Erscheinungsweise der Tugend mit diesem Geist erreichen, Unwissenheit und Leidenschaft hinter uns lassen. Aber wir können nicht auf die Stufe reiner Tugend gelangen. Wenn wir versuchen, uns selbst dort zu fixieren, kann sich unser Leben verändern. Friede wird kommen. Wahre Glückseligkeit wird kommen. Wir werden das wirkliche Ziel erreichen und das ist die höchste Beziehung zum Herrn. Der Geist muss kontrolliert und auf die Höchste Persönlichkeit fixiert werden. Wir wissen nicht wie und sagen:

„Ich habe so viele Dinge zu tun, so viel Arbeit, wie kann ich meinen Geist auf den Höchsten Herrn ausrichten?“

Das geschieht nur deshalb, weil wir selbst Chef sein wollen und kein Diener. Nur als ein Diener können wir unseren Geist dort fixieren. Wir sind Instrumente. Was Er tun wird, wird Er tun. Unseren Geist auf Ihn zu richten und ihn auf unser spirituelles Bewusstsein zu richten, ist unser wahres Ziel. Das ist das höchste Wissen. Wenn etwas wichtig ist, dann das: Wie fixiert man seinen Geist auf den spirituellen Meister, wie fixiert man sich auf Krishna? Wenn man übt, kann man sich auf diese Dinge fixieren. Wenn nicht, dann wird uns dieser Geist immer zu den Sinnen führen und somit zu materiellen Dingen. Fixiert und stetig zu sein, ist die Schönheit des spirituellen Lebens. Und dies geschieht nur durch die Gnade des Betens zum Herrn und durch das Chanten. Wenn das in unserem Leben passiert, dann wird sich unser Leben verändern. Wissen und Verwirklichungen sind wichtig für diese Fixierung und durch beide wird sie einfach. (Aus “Die Schönheit wahrer Liebe”)

Es heißt:

“śrī-kṛṣṇa-caitanya prabhu doyā koro more                                                                      tomā binā ke doyālu jagat-saḿsāre”

“Sri Krishna Caitanya Prabhu, bitte sei mir barmherzig! Wer in dieser Welt ist gütiger als Du?”

Wir sind alle sehr vom Glück begünstigt. Sri Caitanya Mahaprabhu ist erst kürzlich hier auf dieser Erde erschienen. Er stellt die barmherzigste Inkarnation Gottes dar. Er vereint in Seiner Person Sri Sri Radha und Krishna. Hier in diesem Lied kommt das Wort “Sri” vor “Krishna”. “Sri” steht hier für Srimati Radharani. Sri Krishna erschien also als Sri Caitanya Mahaprabhu in der Gemütsstimmung von Srimati Radharani. Was Er den Lebewesen schenkte, solch ein Geschenk wurde noch niemals zuvor vergeben.                              (aus einem Vortrag in Deutschland, Mai 2012)

anarpita-carim cirat karunayavatirnah kalau                                                            samarpayitum unnatojjvala-rasam sva-bhakti-sriyam                                                       harih purata-sundara-dyuti-kadamba-sandipitah                                                                sada hrdaya-kandare sphuratu vah saci-nandanah

( CC Adi-lila 1.4)

Möge Sri Caitanya Mahaprabhu, der Sohn Mutter Sacis, auf ewig den Thron deines Herzens erobern. Strahlend wie geschmolzenes Gold erschien er im Kali-Zeitalter, einzig geleitet von seinem Mitleid, und überbrachte, was keine Inkarnation je zuvor gegeben hatte: das erhabenste, leuchtendste Wissen um den reinsten Wohlgeschmack des vertauten Dienstes zum Göttlichen Paar, Sri Sri Radha und Krishna.”

Er erschien, um uns die Möglichkeit zu geben, Sri Krishna in der Gemütsstimmung der Einwohner Vrindavanas zu verehren, besonders in der Gemütsstimmung der reinherzigen Kuhhirtenmädchen und ganz besonders in der Haltung Srimati Radharanis. Ihre Liebe zu Krishna thront über allem. Er zog keine Eignungsprüfungen zu Rate und  verteilte diese höchst reine Liebe (Prema) an alle Lebewesen.

Er brachte uns auch bei, wie wir diese Liebe verwirklichen können. Dies ist nur möglich durch das Chanten der Heiligen Namen Gottes:

harer nama harer nama                                                                                                    harer namaiva kevalam                                                                                                    kalau nasty eva nasty eva                                                                                                nasty eva gatir anyatha

“Im Zeitalter des Kali gibt es keine andere Möglichkeit, keine andere Möglichkeit, keine andere Möglichkeit für spirituellen Fortschritt als den heiligen Namen von Hari, den heiligen Namen von Hari, den heiligen Namen des höchsten Herrn Shri Hari.”  ( CC Adi-lila 17.22)

„Hare Krishna, Hare Krishna,

Krishna Krishna, Hare Hare,

Hare Rama, Hare Rama,

Rama Rama, Hare Hare.“

Sri Caitanya Mahaprabhu Selber verfasste keine Schriften oder Bücher über die Bhakti-Philosophie. Er übergab diese monumentale Aufgabe Seinen vertraulichsten Beigesellten, den Goswamis von Vrindavana, allen voran Srila Sanatana Goswami, Srila Rupa Goswami und Srila Raghunatha dasa Goswami.

Srila Sanatana Goswami erhielt die Aufgabe, in seinen Büchern über das Thema unserer ewigen Beziehung (sambandha-tattva) mit Sri Sri Radha und Krishna zu schreiben.

Srila Rupa Goswami wurde damit beauftragt, in seinen Werken sich dem Thema unseres Weges zum höchsten Ziel (abhidheya-tattva) zu widmen und tief in dieses Thema einzutauchen, damit alle Devotees den wunderbaren Weg der Bhakti leicht beschreiten können.

Srila Raghunatha das Goswami bekam die Mission, über das höchste Ziel (prayojana-tattva) zu schreiben. Dieses höchste Ziel gipfelt im liebevollen, vertraulichen Dienst zu Srimati Radharani (Radha-dasyam). Dieses höchste Ziel war niemals zuvor den Menschen offenbart worden und nur durch die Gnade Mahaprabhus ist diese Ziel JETZT erreichbar.