Indisch-Deutsches Fest

Dieser Artikel erschien zuerst am 28.06. im Südkurier.

Wahlwieser helfen Kindern in Indien

Indisch-Deutsches Fest beim Verein Hamsa Seva Helfer ermöglichen armen Jugendlichen Schulbesuch

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Stockach-Wahlwies – Hamsa ist Hindi und bedeutet Seele, Seva heißt Dienst. Der junge Verein Hamsa Seva aus Wahlwies widmet sich dem Dienst an der Seele und an der Gesundheit armer Kinder und Erwachsener in Indien. Während des dritten Indisch-Deutsch-Kulturellen Festes des Vereins im Foyer der Roßberghalle erzählten die Vereinsvorsitzende Ingrid Oesterle und ihr Mann Wolfgang, stellvertretender Vorsitzender, von ihrer Arbeit. Bei indischem Essen und einem Dokumentarfilm erfuhren die zahlreichen Gäste viel über den Einsatz der Spendengelder und die Menschen, denen damit geholfen wird.

Vor zehn Jahren seien sie zum ersten Mal in Indien gewesen und hätten angesichts der ungeheuren Armut einen riesigen Schock bekommen, sagten sie. Sie beschlossen, sich persönlich für die Menschen einzusetzen und gründeten vor zweieinhalb Jahren den Verein Hamsa Seva, um mehr Unterstützung zu erhalten. In Munger Mandir in der 60¦000-Einwohner-Stadt Vrindavan im bundesstaat Uttar Pradesh, ermöglichten sie bis Ende letzten Jahres 49 Kindern, die Schule zu besuchen. Mittels Pateneltern oder Projektpartnern aus Deutschland, der Schweiz, Slowenien, Österreich und Mazedonien wurden Schulgeld, Schuluniform, Schulessen und Unterrichtsmaterial zugänglich gemacht. Für ein Kind werden dafür nur rund 20 Euro im Monat benötigt. Auch in Jamdaha, einem Dorf in Bihar, unterstützen sie bereits 30 Kinder.

Sehr viele Menschen lebten in Indien unterhalb der Armutsgrenze, erzählte Wolfgang Oesterle. Kinder würden bewusst verstümmelt, um beim Betteln mehr Mitleid zu erregen. Mädchen würden oft getötet oder direkt abgetrieben, da die Familie wisse, dass sie im Falle einer Verheiratung nicht für die Mitgift aufkommen könne. Unverheiratete Frauen oder ledige Mütter landeten häufig in der Prostitution. Einer der geförderten Schüler hat inzwischen sein Lehrerstudium beendet und gibt an Wochenenden Nachhilfe. Drei weitere Schüler beenden 2016 die Schule, auch ihnen soll durch Hamsa Seva ein Studium ermöglicht werden. Für die Kleinsten werden gerade Räume für einen Kindergarten hergerichtet.

Weil die Schulkinder und ihre Familien häufig sehr unter Durchfall-Erkrankungen litten, hat der Verein vor gut zwei Jahren für 2500 Euro eine Wasserreinigungsanlage angeschafft. Seither gebe es keine Typhusfälle mehr, berichtete Oesterle. Es werde zudem nach Möglichkeiten gesucht, das Wasser bei 50 Grad Außentemperatur zu kühlen. Seit Anfang 2016 versorgt eine kleine Biogasanlage die Küche, in der für die Kinder gekocht wird, mit Gas.

Zweimal im Jahr fliegen Oesterle und seine Frau und er auf eigene Kosten nach Indien, um die Spendengelder an die Bedürftigen zu übergeben. Vor Ort arbeiten sie mit den Tempelleuten in Munger Mandir zusammen, dort haben sie auch ein kleines Büro eingerichtet. Wolfgang Oesterle zeigte sich beeindruckt von der Fröhlichkeit und Zuversicht der armen Bevölkerung. „Die sind so herzlich und dankbar für die kleinsten Dinge. Ein Besuch dort gibt einem unheimlich viel mit.“

Der Verein

Hamsa Seva wurde vor zweieinhalb Jahren gegründet. Der Verein hat bisher zehn aktive und einige fördernde Mitglieder. Mit Hilfe dieser Sponsoren können Ingrid und Wolfgang Oesterle vor Ort helfen. Wer helfen will, kann beispielsweise Projektpartner für die Projekte “Kinder in Jamdaha” und “Kinder in Vrindavan” werden oder das Projekt “Solaranlagen, sanitäre Einrichtungen, Umbauen und Infrastruktur” in beiden Orten bereits ab 10 Euro pro Monat unterstützen.

Weitere Informationen: www.yoga-wahlwies.de

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