Das „Findhof“ Abenteuer – Auf Tour mit Sripad Sadhu Maharaja
(übersetzt von Dagmar)

 Vorwort: Vrindavana, Januar 2014:

Letzten Winter haben meine wundervolle Frau Govinda Priya und ich, Tarun Govinda das, Sripad Sadhu Maharaja in seinem schönen Munger Mandir Tempel in Vrindavana besucht.

Wie immer kam, diesmal am Ende unseres Besuches, die Zeit über die Tour von Sripad Sadhu Maharaja (von jetzt an Srila Gurudeva genannt) die Anfang des Sommers 2014 stattfinden sollte, zu sprechen. Srila Gurudeva bat mich zusammen mit den dort beheimateten Devotees, seine US-Tour zu planen und anschließend sprachen wir über seine Europa-Tour, die im Anschluss an die US-Tour stattfinden sollte.

Also saßen meine wundervolle Schwester Suniti dd, Gurudeva und ich zusammen und wir besprachen die verschiedenen Optionen. Ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen, aber der Grund warum ich dies erwähne und warum ein Vorwort notwendig ist, ist der, dass Suniti dd gerade zu dieser Zeit bereits Vorkehrungen für einen spirituellen Ort mitten in Deutschland, in der Nähe von Köln, getroffen hatte.

Er nennt sich „Findhof“ und sie sagte, es sei ein ganz erstaunlicher Ort voller Liebe und dass die Eigentümer sich wirklich sehr darüber freuen würden, Srila Gurudeva als ihren Gast zu begrüßen und dass sie es ganz entzückend fänden, der Veranstaltungsort für ein Bhakti-Festival zu sein.

Diejenigen unter euch, die Srila Gurudeva kennen, kennen die Tatsache, dass er in der Lage ist zu erfühlen, was die Zukunft bringt.

Und ich war erstaunt über seine starke Reaktion, als er vom „Findhof“ hörte. Sofort sagte er: „Dorthin werde ich gehen. Du musst ein schönes Festival dort organisieren. Kein Zweifel, dort werde ich hingehen. Ich werde meine US-Tour so organisieren, dass wir zum festgelegten Zeitpunkt auf dem „Findhof“ sein können.“

Suniti dd war über alle Maßen glücklich und ich war immer noch erstaunt, dass Gurudeva sofort zugestimmt hatte, dorthin zu gehen.

Er liebt Suniti dd sehr und vertraut ihren Entscheidungen aus ganzem Herzen. Also planten wir Gurudevas Tour entsprechend.

Tag 1: 16. Juni 2014:

Suniti dd, Gaurasundara (ihr Ehemann) und Gaurachandra fuhren nach Frankfurt um Srila Gurudeva und seine Tochter Niti vom Flughafen abzuholen.

Sie trafen einen strahlenden Gurudeva an, voll von wunderschönen und liebevollen Eindrücken von seiner gerade beendeten US-Tour.

Govinda Priya und ich kamen gegen 4:45 Uhr nachmittags an und es war ein überaus schönes Treffen nach fast 5 Monaten der Trennung von Srila Gurudeva. Natürlich erleichterten aber zahllose virtuelle Treffen via Skype and Tango-Meetings diese Zeit der Trennung.

Suniti dd and Gaurasundara leben jetzt in Birkenfeld, sie sind vor kurzem umgezogen in ein wunderschönes Apartment, und Srila Gurudeva war außerordentlich zufrieden mit ihren Vorkehrungen.

Es ist ein schöner und großzügiger Ort und wir hatten ein kleines Zimmer ganz für uns alleine direkt neben unserem geliebten Gurudeva. Es fühlte sich wie eine wundervolle „Familien-Zusammenführung“ auf deutschem Boden an.

Das Apartment des reizenden Paares war hübsch dekoriert und es gab ein großes Wohnzimmer mit einem überaus liebevoll gestalteten Altar mit  Radha Krishna Deities.

Also setzten wir uns alle zusammen hin um mit Gurudeva zu erzählen, der sich so sehr gefreut hat uns alle wieder zu sehen.

Er erzählte uns von seinen Erfahrungen aus den USA und er sagte, dass dieses Jahr das Beste von allen bisher war und dass er sehr tief in die Philosophie der Liebe eintauchen konnte. Er sagte, er sprach ständig über die Erkenntnis und Verwirklichung unserer ewiglichen svarupa in der liebevollen Beziehung zu Srimati Radhika und dass dies das höchste Ziel ist, welches uns von Sri Gauranga Mahaprabhu dargebracht wurde.

Mit der Zeit kamen mehr und mehr Gäste und unser Zusammentreffen breitete sich mehr und mehr aus. Wir fingen mit bhajans an und dann begann Srila Gurudeva seinen Vortrag. Er bat Suniti dd den Text auf der Rückseite ihres kürzlich veröffentlichten Buches, der deutschen Übersetzung von Srila Narayana Maharajas “Hidden path of devotion” vorzulesen.

Suniti dd bewies ein sehr gutes Gespür mit der Auswahl dieses Buches und sie veröffentlichte eine wundeschöne deutsche Ausgabe. Gurudeva war sehr glücklich über ihre außergewöhnlichen Bemühungen.

Also las sie den Text auf der Rückseite des Buches der dessen Inhalt beschreibt, nämlich Sripad Vishvanatha Cakravartipada´s “Raga-vartma-chandrika”  erörtert und erklärt von Srila Narayana Maharaja. Es wird dort beschrieben, dass das Buch „Raga-vartma-chandrika” ist wie der Strahl des Mondes in dunkelster Nacht, welcher uns den Weg zu unserem Ziel weist, der reinen Liebe zu Radha und Krishna, die in RAGA oder unserem leidenschaftlichen Dienst am göttlichen Paar zum Ausdruck kommt.

Srila Gurudeva verglich die dunkle Nacht mit der Ignoranz in unseren Herzen. Wir haben das Wissen um unsere ewigliche Form vergessen und deshalb befindet sich unsere Seele in dunkler Nacht.

Er erklärte, das Liebe oder BHAKTI ist wie der Vollmond, der die dunkle Nacht erleuchtet. Durch BHAKTI kann der Weg zu unserem Ziel voller Licht sein. Wir brauchen dieses Licht. Wo Licht ist, kann es keine Dunkelheit geben. Srila Gurudeva erklärte uns, dass wir RAGA, diese wundervolle Sehnsucht nach dem Zusammensein mit Radha und Krishna, brauchen. Wenn wir Sie lieben wollen, brauchen wir diese Gier. Es genügt nicht, sich nur Wissen anzueignen, Leben für Leben. Was wollen wir? Sie kennen oder Sie LIEBEN? Durch BHAKTI lernen wir, Sie zu lieben. Unsere Herzen müssen voller RAGA sein, voller leidenschaftlicher Liebe für Sie. Er sagte uns, dass es sich dabei nicht um weltliche Leidenschaft handelt. Auf das Göttliche Paar hin ausgerichtet, wird unsere Liebe rein werden.

Er erklärte auf wundervolle Art und Weise, dass wir den ragatmika-Devotees in Goloka Vrindavana folgen sollen. Dann werden wir raganuga-Anhänger genannt: Anhänger derer, die ewiges RAGA in ihren Seelen haben, so wie Srila Rupa Manjari.

Er wies darauf hin, dass dieser Weg des raganuga-bhakti ein sehr schmaler Pfad ist und dass man vorsichtig sein muss, wenn man diesen Weg beschreitet.

Ohne unsere ewige svarupa zu verwirklichen können wir dieses strahlende Licht nicht sehen und wir können den Weg des RAGA nicht beschreiten. Beziehungen und Gefühle sind der Schlüssel. Ohne zu wissen, wer wir sind, sind wir in unserem Körper gefangen und wir folgen dem Weg unserer Sinne. Wirkliche Gefühle kann es nur dann geben, wenn wir wissen in welcher Beziehung zum Göttlichen Paar wir stehen. Gurudeva ließ Suniti dd den Abschnitt von Srila AC Bhaktivedanta Swamis Bhagavat-gita, Seite 4 der Einleitung lesen. Dort schreibt Swamiji, dass jede individuelle Seele in ihrer ewiglichen Form eine ewige Beziehung zu Krishna hat.

Gurudeva sagte, dass wir ohne Radhikas Gnade, die in Sri Gurus Herz kommt, diese Dinge niemals verstehen können. Nur durch Sri Gurus Gnade können wir wirklich das Licht reiner bhakti sehen in der dunklen Nacht unserer Seele.

Nach dem Vortrag beantwortete Gurudeva gute Fragen und wir alle ehrten das Prasadam, Essen welches Radha und Krishna geopfert wurde. Es war ein wundervoller Abend und alle waren sehr sehr glücklich. Ein alter Freund von mir, Mahapralayakari das und seine Frau Ulrike waren so berührt von Gurudeva dass sie entschieden, am nächsten Morgen wieder zu kommen. Ulrike war so glücklich, Srila Gurudeva endlich zu treffen. Sie erzählte uns, dass sie zahllose seiner Videos im Internet angeschaut hatte und für sie ein Traum in Erfüllung gegangen war ihn treffen zu können.

Govinda Priya und Ulrike sprachen über harinama-Einweihung und Ulrike war erstaunt darüber, dass dies sogar aus der Entfernung möglich wäre.

Tag 2: 17. Juni 2014:

Am nächsten Morgen, nachdem wir einige persönliche und liebevolle Momente mit unserem geliebten Gurudeva erlebt hatten, kamen Ulrike, Maha und ihre Tochter also wieder zurück und Gurudeva weihte Ulrike ein und gab meinem Freund Maha einen neuen Namen: Sie heißt jetzt Dayanidhi dd und sein neuer Name ist Premamrita das. Gurudeva sagte der Tochter, dass ihr Name jetzt Priya sei. Es war eine sehr bewegende und ans Herz gehende Einweihung und wir wurden Zeuge einer Lebensveränderung… Ausgelöst durch die grenzenlose Liebe und Gnade unseres Gurudevas.

Gurudeva war danach zu einem Frühstück bei Vishvadeva, dem Besitzer von der Produktionsfirma von GOVINDA´S eingeladen. GOVINDA`S ist eine Lebensmittel und Wellness-Firma, die Dhanu dd gehört. Sie war ebenfalls am Abend zuvor bei Gurudeva´s Vortrag.
Nachdem Gurudeva gegangen war, räumten Suniti dd, Gaurachandra und wir alles auf und nach etwa einer Stunde gingen wir auch zu Vishvadevas Haus, das sich ganz in der Nähe befand.

Der Plan für heute sah vor, dass Gurudeva nach dem Frühstück zu Sadhu Ma und Sudevi dd in der Nähe von Köln fahren sollte um dort einen schönen Nachmittag zu verbringen, um dann anschließend zum „Findhof“ weiterzufahren.

Durch die Gnade von Gurudeva und meiner geliebten Frau hatte ich das Glück, mit  Gurudeva, Gaurasundara und Niti zusammen im Auto zu Sadhu Ma und Sudevi dd zu fahren.

Während der Fahrt sprachen wir über persönliche Dinge und Gurudeva meditierte und ruhte sich aus.

Als wir ankamen, wurden wir sehr liebevoll empfangen und es fühlte sich sofort an, als wären wir bei einem anderen Teil der Familie zu Besuch.

Sie zeigten Gurudeva die Renovierungsarbeiten an ihrem alten Haus, das sie in ein Zentrum für satsang oder für verschiedene Seminare umgestalten wollen. Sie erklärten uns, dass sie nach einem Namen dafür suchen und Gurudeva antwortete ihnen „Bhakti-Yoga-Zentrum“. Alles war erledigt und Gurudeva gefiel was er sah: einen großen Raum für Seminare, eine Küche und ein privates Zimmer für den Referenten, Seminarleiter etc.

Danach servierten uns Sadhu Ma und Sudevi dd ein wundervolles Prasadam und nach einigen entzückenden Gesprächen ruhten wir uns alle aus. Wahrlich ein wundervoller Zwischenstopp.

Gurudeva wachte gut erholt auf und kam zu uns auf den Balkon. Wir tranken einen Kaffee und fuhren anschließend weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem Findhof.

Der Findhof besteht aus einer kleinen Ansammlung von älteren deutschen Fachwerkhäusern, ein sehr schönes Arrangement, eingebettet in die natur belassene Landschaft in der Nähe des Dorfes. Er wird geführt von Achim und seiner Frau Ute sowie einem anderen Paar mit den Namen Eberhard und Irmgard.

Bei unserer Ankunft standen bereits viele Menschen und Verehrer bereit und sangen einen „Willkommens-Kirtan“.

Gurudeva wurde sehr herzlich von den Besitzern und seinen geliebten Anhängern begrüßt und die Augen aller weideten sich an Gurudevas Schönheit, inklusive aller Umarmungen selbstverständlich.

Gurudeva ging geradewegs in den Seminarraum, der festlich geschmückt war und wo die wundervolle Suniti dd mit ihrem “Team” einen sehr schönen Altar für das Göttliche Paar errichtet hatte.

Alle setzten sich und Gurudeva begann sofort über denn Sinn und das Ziel unseres Lebens zu sprechen. Er lobte den Findhof und ermutigte die Besitzer feinfühlig mit ihrer großartigen Arbeit fortzufahren. Er mochte diesen Platz vom ersten Augenblick an. Srila Gurudeva hielt einen tiefgründigen Vortrag über die Bedeutung und Wichtigkeit unserer ewiglichen Beziehung zu unserem höchsten Gott, Krishna.

Er sprach über die ewige Beziehung von Jesus zu Gott als seinem Vater. Wir alle brauchen diese Beziehung zu Gott und müssen unseren Geist und unsere Gefühle auf das Göttliche Paar konzentrieren. Wenn wir lieben wollen müssen wir unser Bewusstsein weg von einer weltlichen und materiellen unbewussten Ausrichtung hin zu einem spirituellen Bewusstsein verändern. Anstatt der Diener unserer Sinne zu sein, müssen wir mittels unserer wahren Persönlichkeit und Identität handeln und Service darbieten. Bhakti-Yoga ist der Weg unser Ziel zu erreichen. Wenn wir uns von BHAKTI leiten lassen, d. h. voller Liebe handeln, werden wir frei werden von materiellen Bedürfnissen und von unserem materiellen Geist, der uns immer zweifeln lässt. Wir müssen unsere ewigliche Form erkennen und verwirklichen. Die Zuhörer waren sofort gefesselt und alle genossen es, Gurudevas Ausführungen über BHAKTI in seiner lieblichsten Form zuzuhören.

Bald würde auch der andere hohe Gast ankommen. Krishna Chandra aus der Schweiz war der zweite großartige Sadhu, der eingeladen war, über die Natur von BHAKTI zu referieren.

Wir alle hießen ihn aufs Herzlichste Willkommen und alle waren glücklich, dass das Festival bald beginnen würde.

Krishna Chandra sprach über die Wichtigkeit, mit anderen heiligen Menschen Gemeinschaft zu pflegen. Er berichtete uns, dass selbst eine sehr kurze Zeit des Beisammenseins mit einem heiligen Sadhu unser Leben komplett verändern könne. Wir alle kommen nicht nur hierher um passiv einer Veranstaltung oder Aufführung beizuwohnen, sondern wir alle nehmen aktiv an sadhu-sanga teil. Wir alle teilen und tauschen Gefühle der Liebe miteinander aus. Wir alle lernen von einander. Wenn wir eine Gemeinschaft von Sadhus verlassen, wird nichts mehr so sein wie zuvor. Krishna Chandra riet uns, uns komplett einzubringen und teilzunehmen indem wir Fragen stellen. Er sagte, wir sollen nicht nur mit halbem Ohr zuhören, sondern wir sollen das Gehörte reflektieren und verdauen und darüber nachdenken und bewusst entscheiden, was davon wir mitnehmen und was wir daraus machen wollen. Es war eine sehr gehaltvolle Einführung in das Festival. Srila Gurudeva gab Hinweise zu verschiedenen Themen innerhalb der BHAKTI und Krishna Chandra erklärte uns, wie wir daran „teilhaben“ können.

Anschließend informierte uns Suniti dd über den Tagesablauf:

  • 6:30 Uhr – Mangala arati (Morgenzeremonie)
  • 7:30 Uhr – Vortrag
  • 9:30 Uhr – Frühstück
  • bis 14:30 Uhr – freie Zeit für Begegnungen, Gespräche, bhajans, private Treffen, usw.
  • Abend Vortrag und bhajans

Nach dem Vortrag wurde prasadam gereicht und Srila Gurudeva saß mit seinen Anhängern und den Besitzern des Findhof zusammen. Diese erklärten ihm ihren Yoga Weg, welcher eine Art SHAKTI YOGA ist.

Gurudeva erklärte ihnen einfühlsam, dass jegliche Perfektionierung durch Ausübung der höchsten Form des Yoga erreicht wird, durch das Yoga oder durch das Zusammentreffen der Seele mit der Überseele. Er berichtete ihnen, das BHAKTI, gelebte Liebe, so wundervoll ist, dass diese Art von Yoga alles beinhaltet. Alle mystischen Bestrebungen verneigen sich vor BHAKTI. Kein Weg kann ohne BHAKTI beschritten werden. Sie waren sehr beeindruckt und gaben zu dass alles was sie brauchen, Liebe sei. Nun, Gurudeva ist die richtige Person, um ihnen Wahre Liebe näher zu bringen. Er saß noch eine lange Zeit mit seinen Devotees zusammen und erst sehr spät am Abend ging er auf sein Zimmer um sich auszuruhen.
Durch Suniti dds Gnade bekamen meine Frau und ich das Zimmer direkt neben  Gurudeva, so dass wir uns alle jede Minute um ihn kümmern konnten.

Tag 3: 18. Juni 2014:

Da Gurudeva sehr spät zu Bett gegangen war und sich seit seiner Ankunft in Deutschland am Montag noch nicht richtig ausgeruht hatte, war er an diesem Morgen sehr müde. Wir gesellten uns zu ihm, nachdem er aufgewacht war und genossen die friedvollen Momente dieser wundervollen intimen Morgen-Lilas mit unserem Gurudeva.
Wir sprachen über den Vortag, unsere Eindrücke, saßen zusammen, teilten den Moment und waren einfach nur glücklich.

An diesem Morgen bat Srila Gurudeva Krishna Chandra mit dem Vortrag zu beginnen, da er an diesem Morgen gerne mehr Zeit für sich selbst haben wollte.

Es war dann ca. 8.20 Uhr als Gurudeva mit seinem Vortrag begann. In diesem Vortrag sprach er über den Heiligen Franz von Assisi, der eine selbstverwirklichte Seele war. Gurudeva erläuterte uns seinen makellosen Charakter und seine wahre spirituelle Form. Er erzählte die Geschichte, als Franz all seine Kleider weggab und dann unbekleidet vor allen Leuten stand. „Er hatte keine Probleme, keine Scham. Frauen und junge Mädchen waren anwesend. Aber er war in seiner spirituellen Form. Er hatte verwirklicht, dass er nicht in seinem materiellen Körperbewusstsein war. Wir müssen werden wie er. Er konnte mit allen lebendigen Wesen sprechen, sogar mit den Vögeln. Warum? Weil er um seine ewige spirituelle Form wusste und alle Lebewesen als ewige Seelen ansah. Alle mit Krishna verbunden. Eine große Familie.“

Gurudeva erinnerte sich auch an die Zeit, als er die Wirkstätte des heiligen Franz von Assisi in Italien besuchte. Er sprach dort mit dem obersten Priester. Dieser zeigte Gurudeva die kleine Hütte und den Hof wo Franz saß um zu meditieren. Gurudeva sagte, dass er sich ebenfalls dort hingesetzt hatte, um über seine eigene ewige Beziehung zu Gott zu meditieren. Wir sollen diesem Beispiel folgen und uns ebenfalls den Raum geben und uns die Zeit nehmen, um über unsere ewige Form und unsere Beziehung zu Krishna zu meditieren. Er legte dar, dass BHAKTI eine universelle Wahrheit ist, nicht gebunden an eine bestimmte Religion oder einen bestimmten Glauben. Religion ist nicht Spiritualität. Rituale, Regeln und Vorschriften machen Krishna nicht glücklich. Wir sollen uns auf die göttliche Liebe konzentrieren. In Allem was wir tun – mit unseren Händen, unseren Füßen und unserer Zunge – wir sollen immer in Liebe handeln, mit Krishna im Zentrum.

Ich konnte mir nicht den kompletten Vortrag anhören, weil ich in diesen Tagen das Frühstück für Gurudeva zubereitete, also ging ich rechtzeitig, um das Essen für ihn vorzubereiten.

Nach dem Prasadam redete Srila Gurudeva mit vielen Gästen während er draußen saß, im Hof dieses wunderschönen Anwesens mit all seinen alten schönen Gebäuden. Seine außergewöhnliche Ausstrahlung war schon von weitem zu spüren und viele saßen einfach nur da und schauten ihm zu. Als viele Fragen beantwortet waren, entschied Gurudeva, dass es an der Zeit war auszuruhen.

Nachdem ich mit einigen Gästen gesprochen hatte, wollte ich nach Gurudeva schauen und fand ihn friedlich ruhend in seinem Zimmer vor. Ich legte mich am Fußende seines Bettes nieder und genoss es einfach nur, mit einem der wundervollsten Menschen der Welt zusammen zu sein. Nach kurzer Zeit schlief ich ebenfalls ein und als ich wieder aufwachte, chantete ich während Gurudeva immer noch friedlich ruhte.

Es ist wirklich sehr erstaunlich, Zeuge einer solch außergewöhnlichen Begebenheit zu sein: Nachdem er auf Tour in Amerika war, wo er Boston, Miami, Ecuador und Peru besuchte, landete Gurudeva in Deutschland, und immer verweilt er dabei in der Stimmung, seinen geliebten Sri Sri Radha Mohan zu dienen, indem er seinen Verehrern bei Seite steht und ihnen Liebe schenkt. Sein Körper ist fast 70 Jahre alt und trotzdem lehrt er uns Jüngere, was es bedeutet zu dienen und immer bereit zu sein. Diesmal, während dieses „Findhof-Abenteuers“, verbrachte ich bewusst viel Zeit mit ihm, besonders dann, wenn er in seinem Zimmer war und Gäste empfing. Und wieder, so wie schon unzählige Male zuvor, wurde ich Zeuge seiner Magie, wie er liebevoll hilft,  verwandelt, berät, unterstützt, Zweifel beseitigt, usw…

Nachdem Gurudeva ausgeruht hatte, kamen seine Schüler Janavallabha und dessen Frau Radharani in sein Zimmer und gaben ihm eine höchst professionelle und erfrischende Massage. Welch ein Nektar, mit anzusehen wie Gurudeva von seinen durch das lange Sitzen verursachten Verspannungen befreit wurde. Es war natürlich fantastisch anzuschauen, wie er mit seinen Masseuren sprach und sie segnete und ihnen seine Liebe schenkte.

Während ich nachmittags mit Gurudeva zusammen war, sprach Krishna Chandra über die verschiedenen Möglichkeiten einer Beziehung mit Krishna: die erhabene Annäherung voller Ehrfurcht und Respekt (aishvarya) und die höchst liebliche und persönliche Annäherung (madhurya). Ich erblickte sehr glückliche Gesichter als die Menschen seinen Vortrag verließen und hörte nur wundervolle Dinge über den Vortrag.

Am Abend entschied Gurudeva, Fragen zu beantworten, die ihm vorgebracht wurden.
Sogleich fragte ihn Krishna Chandra: „In all deinen Jahren der Hingabe, was ist dein Geheimnis, immer etwas von der wundervollen Gemeinschaft und all der sadhu-sanga die du erfahren hast, in deinem Herzen zu bewahren? Wie konntest du es bewahren, so dass es nicht von dir abgefallen ist, wie Wassertropfen von einem Frosch? Wenn wir Sadhus zuhören und mit ihnen zusammentreffen, verbleibt oft wenig bei uns und wir tendieren dazu, das meiste wieder zu vergessen.“
Srila Gurudeva anwortete, das wir sehr gierig nach der Gnade der großen Sadhus sein sollen. Wir sollen ihnen dienen. Wir sollen ihnen demütig und bescheiden gegenübertreten. Wir sollen sehr genau zuhören und wir sollen im Innersten unseres Herzens bereits sein, ihre Lehren begeistert anzunehmen. Wir sollen in ihrer Gegenwart Zuflucht suchen. Sie sind ashraya-tattva, Schutz. Letztendlich sendet Srimati Radhika ihre Boten aus in diese Welt um die jivas zu erretten. Sie ist die letzte Zuflucht. Vishaya ist das Ziel. Krishna-prema ist vishaya. Wie erreicht man dieses Ziel, dieses vishaya? In dem man Zuflucht sucht bei ashraya-tattva, bei Ihr, Die Ihn am meisten liebt.

Krishna Chandra erklärte uns auch wie er alles „bei sich“ behält: Indem er die Resultate aller sadhu-sangas, aller Verwirklichungen, Sri Sri Radha Krishna darbringt, wie ein Gebet.

Er gab das Beispiel wie wir in eine Bank gehen, um all unser Geld der Bank zu geben, damit es dort sicher aufbewahrt wird. Auf die gleichen Art und Weise sollen wir alles dem Göttlichen Paar darbringen.

„Wie können wir diese notwendige Gier nach spirituellem Leben entwickeln?“

Srila Gurudeva erklärt, indem wir die Heiligen Namen chanten und uns üben, in Liebe zu handeln, BHAKTI. Gier kommt tatsächlich durch die Gnade eines Menschen, der bereits diese Gier in sich trägt. Wenn wir mit einer solchen Person zusammen sind, entwickeln wir die gleiche Art von Gier. Gurudeva spielte hier auf das tattva von Sri Gurudeva an. Nur durch die Gnade von Sri Gurudeva können wir eine solch starke Gier entwickeln.

Wie können wir unserem Gurudeva nahe sein wenn wir alleine zu Hause sind, bei der Arbeit sind oder anderen Aktivitäten nachgehen und Sri Gurudeva nicht körperlich anwesend ist?

De facto, sagt Gurudeva, sind wir immer mit Sri Guru verbunden. Er schenkt uns die Heiligen Namen und später die diksha-mantras und er nimmt uns in den Dienst von BHAKTI. Also sind wir indem wir chanten und uns in BHAKTI engagieren, immer mit Gurudeva verbunden.

Was sollen wir tun, wenn Gurudeva diese Welt verlässt?

Srila Gurudeva erläutert, dass uns im Buch, das Suniti dd übersetzt hat, von Srila Narayana Maharaja empfohlen wird, nach einem siksha-guru zu suchen, sobald unser Gurudeva diese Welt verlassen hat. Er soll in der gleichen Geisteshaltung sein und wir sollen bei ihm Zuflucht suchen. Nur einer ist diksha-guru, siksha-guru dagegen können viele sein.

Wie können wir unsere ewige svarupa erkennen?

Gurudeva verdeutlichte, dass diksha ein Prozess ist. Es ist wie eine Schule. Wenn der Prozess von diksha beendet ist, begreifen wir, wer wir wirklich sind.

Dann wurde Srila Gurudeva gefragt, den Mahamantra zu erklären. Jemand sagte, dass dieser Mantra nur von Krishna handelt. Warum sprechen wir also ständig von Radhe Radhe Radhe…?

„Hare hare bedeutet, ‚mit einer Umarmung umhüllen’. Es steht auch für Radhas Name. Radhika gibt Krishna ‚hare’. Sie umhüllt Ihn komplett. Und nicht nur einmal: Zweimal umarmt Sie Krishna – Hare Krishna Hare Krishna. Dann ‚Krishna Krishna – Hare Hare’. Krishna bemerkt jetzt, dass jemand wundervolles Ihn umarmt. Er sieht, dass es Radha ist. Also gibt Er auch ‚Hare Hare’… Er umarmt Radhika auch. Erst umarmt Radhika Krishna, dann umarmt Krishna Radha. Dann ‚Hare Rama Hare Rama’ – das Hare hier steht für die lebende Seele, jiva. Die jiva erblickt RAMA – Radha Madhava. Sie sind zusammen… tanzen den maha-rasa. RA für Radhika, MA für Madhava. Sie laden die jiva ein: ‚Komm zu uns.’ Dann ‚Rama Rama Hare Hare’. Jetzt sind wir da. Wir dienen Ihnen während des rasa-Tanz. Wir können Sie beisammen sehen. Wir sind nur glücklich wenn Sie zusammen sind.“

Viele Fragen wurden beantwortet und viele Anhänger waren sehr glücklich. Nach der Frage-Antwort-Runde gab Srila Gurudeva fünf neuen Verehrern Einweihung in die Heiligen Namen. Willkommen in Gurudevas Familie liebe Sundara Priya dd, Caitanya das, Nitai das, Vasudha dd und Gaurangi dd.

Nach dem Abend-Vortrag empfing Srila Gurudeva wieder viele Gäste in seinem Zimmer. Leider war ich zu müde um dort anwesend zu sein und ging deshalb etwas früher zu Bett.

Tag 4: 19. Juni 2014:

Nachdem er die einleitenden Bittgebete, die mit einer Anrufung von Srimati Radhika in ihrer Form als unsere Swamini oder geliebte Herrin endeten, abgeschlossen hatte, begann Srila Gurudeva seine Ausführungen an diesem Morgen damit, über die Herrlichkeit von Srimati Radhika zu berichten. Er erklärte, dass es das höchste Ziel aller Lebewesen sei, ein Dienstmädchen von Srimati Radhika zu werden. Warum? Gurudeva erklärte uns, dass wir BHAKTI praktizieren sollen. Woher kommt aber BHAKTI? Von Krishnas HLADINI-shakti, Seiner innersten Energie der Glückseligkeit. Wir sollen versuchen, Sie kennen zu lernen. Viele Jahre, viele Leben haben wir versucht, uns Wissen über Krishna, über Gott, anzueignen. Aber jetzt, da wir Ihn kennen, ist es wichtiger, dass wir anfangen, Ihn zu LIEBEN. Und wer kann uns am besten lehren, Ihn zu lieben? Radharani. Sie ist die Meisterin wenn es darum geht, uns zu lehren, wie wir Gott lieben können.
Wir müssen vergessen, dass Krishna Gott ist. Er vergisst es auch. Nur dann können wir Ihn um Seiner selbst willen lieben.

Wir müssen barmherzig sein mit uns selbst. JIVA-DAYA. DAYA bedeutet Gnade. Wenn wir erkennen wer wir sind, sind wir gnädig mit uns selbst. Wir können dann gemäß unserem Wesen handeln. Es ist wichtig, dass wir unsere wirkliche Form lieben. Es ist die Natur der Seele, zu lieben. Sie besitzt das Potential zu lieben. Wir sind ewiglich, deshalb müssen wir uns auch auf die Ewigkeit konzentrieren. Wir müssen damit aufhören, unsere Sinne zu lieben. Wir müssen unsere Art zu lieben ändern. Jetzt lieben wir materielle Dinge. Wir müssen aber spirituelle Liebe entwickeln. Wenn wir unsere ewige Form kennen, werden wir sie automatisch lieben. Dann werden wir Geschmack finden am Heiligen Namen – NAME RUCI. Jetzt finden wir Geschmack (ruci) an der Befriedigung unserer Sinne. Wenn wir aber unsere ewige Form kennen, werden wir bhajan, spirituelle Dinge, genießen. Wir werden für Krishnas Name Dienst ausführen. VAISHNAVA-seva. Wir werden JEDEM helfen. Alle lebendigen Wesen sind letztendlich Gläubige. Wir müssen es ihnen nur bewußt machen. Dann sind auch sie Vaishnavas.

Wir müssen nicht unsere Kleidung, unseren Job oder unser Haus, etc. verändern. Die Gopis leben auch ihr eigenes Leben. Ehemann, Kinder, Haushalt… Aber insgeheim lieben sie Radha am meisten. Sie machen alles im Geheimen, versteckt. Nicht öffentlich. Wir sollten es genauso machen. Nach außen hin erledigen wir unsere weltlichen Pflichten, aber im Inneren entwickeln wir Liebe für Radha. Mehr noch als für Krishna.

Nach einiger Zeit musste ich dann gehen, um für Gurudeva zu kochen, den letzten Teil des Vortrags verpasste ich also.

Nach dem Frühstück plauderte Srila Gurudeva mit seinen Verehrern und ersuchte uns, ohne Unterbrechung bhajans zu machen bis Krishna Chandras Vortrag am Nachmittag beginnen würde. Also setzten wir uns mit Srila Gurudeva nieder und viele von uns sangen einige bhajans, es war einfach großartig. Srila Gurudeva war die ganze Zeit bei uns. Er genoss es SEHR.

Während Krishna Chandra seinen Vortrag hielt, kamen viele Anhänger in Gurudevas Zimmer und geduldig kümmerte er sich um alle. Viele Gäste, die Gurudeva niemals zuvor gesehen hatten, wollten eingeweiht werden. Unser guter Freund Gauravani kam, um Gurudeva zu besuchen und auch Dagmar, Govinda Priyas Freundin blieb bis zum nächsten Tag.
Auch zwei Freunde von Premavati, Nicki und Kerstin, besuchten Gurudeva. Sie verliebten sich innerhalb von Minuten in ihn. Sie hatten die Gelegenheit sich privat mit Gurudeva in seinem Zimmer zu unterhalten, eine Kostbarkeit die alle außerordentlich schätzen.

Wir bemerkten auch, dass sich die Findhof Besitzer mehr und mehr in Gurudeva verliebten. Nicht nur, dass sie auf die Bezahlung der Miete für die Festivalräumlichkeiten verzichteten, sie spendeten Gurudeva sogar die Einnahmen aus der Zimmervermietung. Unglaublich. Was für ein Akt selbstloser Liebe. Achim erklärte Suniti dd, dass die gesamten Einnahmen aus der Zimmervermietung Gurudeva gehören sollen.

Ich beobachtete, wie sie unsere Gemeinschaft mehr und mehr genossen. Sie besuchten alle Programme, morgens, abends und manchmal sogar nachmittags. Eberhard war ganz besonders angetan von bhakti-yoga. Aber auch Achim, Irmgard und Ute liebten das bhajan-Singen und die Vorträge.

Für abends war ein Mantra-Konzert geplant und viele Gäste kamen ganz speziell zu diesem Anlass, natürlich mit Srila Gurudeva als Mega-Super-Bonus obendrauf.
Es fing mit einigen schönen andächtigen Liedern an und nach einigen Songs schaltete sich Srila Gurudeva ein und ein lieber Devotee mit Namen Dandadhrik wurde eingeladen, bhajans zu singen.

Srila Gurudeva erzählte zwischen den Liedern über Vrindavana. Er sang Verse aus einem reizenden Gedicht von Bilvamangal Thakur, „Govinda Damodara Madhaveti“. Wie überaus herrlich es war, Gurudeva singen zu hören. Er deutete auch einige der Verse.
„Mit einer geschlossenen Faust kommen wir in diese Welt. In dieser geschlossenen Faust befindet sich nichts und wir verlassen diese Welt mit einer offenen Hand. Wir kommen mit nichts und wir gehen  mit nichts. Nur die Liebe zu Radha und Krishna bleibt.“

„Wer sind deine wirklichen Freunde? Nur diejenigen, die dir dabei helfen, das höchste Ziel zu erreichen, nämlich Sri Guru und die Vaishnavas.“

„Versuche, Sri Krishna in jedem und in allem zu erkennen. Mutter, Vater, Verwandte… alle sind Ausprägungen von Krishna. Wir müssen lernen, hier in dieser Welt zu lieben und uns so auf Goloka Vrindavana, die spirituelle Welt, vorzubereiten.“

„Du musst vergessen, dass Krishna Gott ist. Er, der alles befehligt, Er, der alles kontrolliert wird in Vrindavana von Seinen Freunden kontrolliert. Wenn sie mit Ihm zusammen spielen gewinnen sie. Sie reiten auf Seinem Rücken, wenn Er verliert. Er liebt es, wenn sie gewinnen. Das ist wirkliche Liebe.“

„Wenn sie Krishnas Flöte hören, spielen die Gopis verrückt. Sie ziehen sich verkehrt an und tragen Lippenstift auf ihre Augen auf und Eyeliner auf ihren Mund.“

Krishna Chandra erklärte uns die Liebe der Gopis mit Versen aus dem Bhagavatam. Ihre Liebe ist so rein, dass sogar Krishna ihre Tiefe nicht ergründen kann.

Es war ein herrlicher Abend und Jahnava dd beendete den Mantra-Reigen mit überaus köstlichen bhajans.

Nach dem Konzert kamen wieder mehrere Anhänger in Gurudevas Zimmer und verbrachten einige intime Momente mit ihm und wieder war es großartig zu sehen, wie sehr er seine Verehrer und Schüler liebt und sich um sie kümmert.

Eine Begegnung berührte unsere Herzen sehr: Eberhard, einer der beiden Besitzer, kam in Gurudevas Zimmer und sagte zu ihm, dass er ein Yogi werden wolle. Gurudeva entgegnete: „Was? Du möchtest deine Familie und die Welt verlassen?“ „Nein“ antwortete Eberhard, „Ich möchte ein bhakti-yogi werden. Wie du und alle anderen hier.“ Alle jubelten und jauchzten und Gurudeva war sehr glücklich. Eberhard bat um Einweihung und Gurudeva gab glücklich seine Zustimmung, ihn am nächsten morgen einzuweihen.

Kurz bevor wir Gurudevas Zimmer verließen, planten wir zusammen mit Suniti dd und Gaurasundara den nächsten Tag und seine Abreise. Wir alle wurden Zeuge wie erstaunlich Gurudeva seine Weiterfahrt zu den vielen verschiednen Orten koordinierte, bevor er dann schließlich sein nächstes Ziel, das Yoga-Vidya-Zentrum in Bad Meinberg erreichen würde.

Tag 5: 20. Juni 2014:

Der letzte Tag eines in höchstem Maße stimmungsvollen und bezaubernden  Festivals der bhakti-Kultur.

Srila Gurudeva bat Suniti dd etwas über die vergangenen Festivaltage zu sagen und sich bei den Eigentümern für deren reizende Gastfreundschaft zu bedanken. Sie fand sehr nette warmherzige Worte und bedankte sich bei ihnen und bei allen, die diese Woche erst möglich gemacht hatten.

Srila Gurudeva begann seine Ausführungen damit, uns darin zu unterweisen wie wichtig es ist, unser Streben nach Selbstverwirklichung zu beginnen. Wir müssen uns unserer ewiglichen Form bewusst werden. Wir müssen anfangen eine göttliche Beziehung mit unserem Schöpfer einzugehen. Im Moment sind wir ohne wirkliche Gefühle, so wie ein Stuhl gemacht aus Materie. Wir müssen aufwachen und uns unserer eigenen Bedeutung bewusst werden. Die Energie ist immer da. Die Gnade ist immer da. Wir müssen gierig darauf sein, diese Gnade zu empfangen. Wieder erläuterte uns Srila Gurudeva das Beispiel von Jesus und wie Nahe er seinem Vater stand. Er war wirklich eine selbstverwirklichte Seele. Warum? Weil er in einer Beziehung zu Gott stand. Nicht ein neutraler Betrachter. Gurudeva verdeutlichte, dass unsere ewige Natur eine Form benötigt. Nur mit einer Form, einer persönlichen Form, können wir eine Beziehung eingehen. Der Sohn braucht diese Form um mit dem Vater eine Beziehung einzugehen, der Freund benötigt seine Form um sich mit dem Höchsten Freund zu verbinden, ein Liebender benötigt eine Form um mit dem Höchsten Liebenden eine Beziehung zu haben.

In der Decke über uns sehen wir zehn Glühbirnen. Sie sind schon eine lange Zeit dort. Haben sie eine Beziehung zueinander entwickelt? Licht hat keine Form. Licht kann keine Beziehung eingehen. Wir müssen verstehen, dass wir eine spirituelle Persönlichkeit sind. Wir haben eine spirituelle Form. Um dies zu Verwirklichen müssen wir uns ändern. Bhakti kann uns verändern.

Als Gurudeva in Ungarn war, besuchte er eine Stadt mit vielen frommen Leuten. In dieser Stadt können Gäste einen Stein mit einem schlagenden Herzen besuchen. Der Stein erzitterte und es war wie ein Herzschlag. Er pulsierte. Wenn also ein Stein seine Natur ändern kann, warum wir nicht auch? Wir können uns auch verändern. Dieser Stein veränderte sich. Es ist unvorstellbar. Gurudeva sagte, er sah es mit seinen eigenen Augen. Auch bhakti kann uns verwandeln. Wir müssen in dieser Welt damit beginnen, liebevolle Beziehungen einzugehen. Mit unserem Ehepartner, unserer Familie, unseren Verwandten, mit allen Lebewesen.

Dann gab er Eberhard Einweihung und schenkte ihm dem Namen Paramatmananda das. Die Zeremonie war wirklich sehr ergreifend und unser liebevoller Gurudeva sprach dann über die Bedeutung der Einweihung und erklärte einige Aspekte des Prinzips der Lehre vom spirituellen Meister (guru-tattva).

Paramatmananda das war überglücklich aber nach der Einweihungszeremonie mussten Srila Gurudeva und Krishna Chandra uns verlassen, jeder mit seinem eigenen Ziel. Wir sagten alle „bis bald“ und nicht „Lebwohl“, weil wir alle miteinander verbunden sind und wir uns alle bald wiedersehen werden.

Nach dem Frühstück fuhren alle traurigen Herzens, aber auch voller unvergesslicher und aufbauender Erfahrungen und Erinnerungen, ab. Es war wirklich eine Woche der Liebe und der Vertiefung unseres BHAKTI.

Ein Hoch auf Sripad Sadhu Maharaja!
Ein Hoch auf Krishna Chandra!
Ein Hoch auf Suniti dd und die Organisatoren!
Ein Hoch auf das Finhof-Team!

Epilog:

Als wenn Srila Gurudeva es von Anfang an gewusst hätte: Das Findhof-Festival entpuppte sich als wundervolles, intimes und erhebendes Festival der BHAKTI.

Jeder konnte die herrlichen Auswirkungen des Zusammenseins mit geweihten Menschen (Sadhus) spüren. Jeder erfuhr am eigenen Leib wie wunderbar ein Leben voll von Liebe sein kann. Es war eine Woche in der wir uns kennen und im spirituellen Sinne des Wortes auch einander lieben lernten.

Durch die Gnade von Srila Gurudeva bekamen wir alle einen kleinen Einblick in die spirituelle Realität, wo es keine vorherrschenden konfessionellen Regeln gibt außer der einen: bedingungslose Liebe.

Die Anwesenheit von Srila Sadhu Maharaja, unseres geliebten Gurudevas, ist wie ein Prüfstein: Seine Präsenz verwandelt jeden Ort in das Reich der Liebe – Vrindavana.

Unentwegt strahlt er Liebe aus. Er schüttet eimerweise Segnungen über uns aus und verströmt Barmherzigkeit im Überfluss. Ich war mittlerweile sehr oft bei ihm und bei verschiedenen Veranstaltungen mit ihm zusammen, aber ich habe den Eindruck, dass er ganz absichtlich diesen Ort mit Glückseligkeit überhäufte. Es war äußerst erstaunlich wie viel Liebe er jedem schenkte und es war auch äußerst erstaunlich zu beobachten, wie sich KOMPLETT UNBEKANNTE LEUTE in ihn verliebten, die ihn NIEMALS zuvor getroffen hatten.

Ich saß oft da, den Tränen nahe… Es ging so sehr ans Herz, die Magie der reinen Liebe zu erleben, die von ihm ausging.

Krishna Chandra ist ebenfalls ein wunderbarer Sadhu. Auch bei ihm wurde ich Zeuge, wie er sich unermüdlich und voller Liebe um viele viele Verehrer kümmerte… Immer bereit, jedem Einzelnen zu helfen, mit Jedem zu reden oder Jeden zu unterstützen. Er ist so eine erhabene Seele und es war sehr inspirierend zu erleben wie er bhakti in ihrer Essenz lebt und atmet. Er ist ein wirklicher Kenner (rasika devotee), der weiß wie man Herzen berühren kann mit den richtigen Worten.

Suniti dd, unsere reizende Schwester, war der „Motor“ dieser großartigen Veranstaltung. Sie hat das Festival nicht nur organisiert, sondern war auch jeden Tag verantwortlich für das NEKTAR-gleiche prasadam, das Frühstück, das Mittagessen und das Abendessen.

Ihre Dienstbarkeit ging über das menschenmögliche hinaus und sie war voller Liebe für jeden. Ich sah sie schon früh am Morgen in der Küche und sie war die letzte, die abends ging. Mein Herz geht auf voller Dankbarkeit für eine so engagierte dasi von Radhika.

Ihr Ehemann Gaurasundara das war das Rückgrat des Festivals. Wie ein großer Bruder für Jeden, war er die stützende Säule. Die Größe seines Herzens ist nicht von menschlicher Natur, dafür ist es viel zu groß.

Gaurachandra das war der perfekte persönliche Diener für unseren geliebten Gurudeva. Er war zu jeder Zeit bei ihm. Er kümmerte sich um ihn, massierte ihn, gab ihm seine Medizin und vieles vieles mehr… Er war nur dazu da, um Gurudeva glücklich zu machen.

Und der Strom versiegt nicht: Es wurde bereits ein Datum gegen Ende Mai nächstes Jahr festgelegt.

Aus dem Abenteuer „Finhof“ wurde ein Festival der Liebe. „Findhof“ bedeutet „ein Hof, wo man Dinge finden kann“. Ich vermute, jeder hat irgendeine Art von Juwel gefunden.

Jay Sri Radhe.

PS: Weil alles noch so frisch und neu ist in meinem bescheidenen Geist, könnte es sein, dass irgendetwas, über das ich schrieb, an einem anderen Tag oder zu einer anderen Tageszeit geschah. Bitte seht es mir nach. Falls ihr einen Zeitfehler entdeckt, bitte lasst es mich wissen, dann werde ich es korrigieren.

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7 Comments

jagatam dasi · Juni 21, 2014 at 6:27 pm

What a WONDERFUL report, Prabhu! I spent 4 months with Sadhu Maharaj in Vrndavan Nov 13 – March 14. I was so fortunate to have his merciful and loving association and to hear his moods while listening to Radha Rasa Suddha Nidhi iin the mornings. Thank you again for such a wonderful report which made me feel I was there.

Aspiring servant, Jagatam dasi

Gaurasundara · Juni 22, 2014 at 11:28 pm

Wow,
Du bist aber schnell !!!!
Und wunderbar, es kommt wieder alles zu mir…. Danke!!!!!!
Ich musste Gurudeva und die Devoties verlassen, da morgen der Alltag eintritt,
auaaa, heul…
der Findhof leer, die Wohnung leer, Deko verblüht, alle weg, heul

heute hab ich den Anhänger im Findhof abgeholt und mit Achim gesprochen.
Sie sind noch ganz im Nektar und wissen gar nicht, wie ihnen geschah.

Ich drücke Euch von Herzen
Euer Gaura

Tribhanga · Juni 24, 2014 at 5:40 pm

I thank you very much for this wonderful, touching article. How you not only praised Srila Sadhu Maharaja, but extended your love, apreciation and gratitude towards all the devotees present, made me especially happy and convinced me of the true experience of bhakti which you describe in your article.

Bhakti Abhay Sridhar Maharaj · Juni 24, 2014 at 9:08 pm

Radhe! Radhe! A very nice and touching report dear Tarun Govinda Prabhu. Thank you very much. It make me so happy to hear about Srila Gurudev`s lovely activities in your country. I wish I could be there also.

Jai Sri Radhe-Shyam!

Tarun Govinda · Juni 28, 2014 at 4:56 pm

Radhe Radhe.

No honour and glory for me, please…honest evidence:

I never made any note. I just sat down on Saturday morning after this wonderful week and prayed to my Gurudeva and Sripad Sadhu Maharaja and everything started to flow.

I deserve no credits.
Jay Sri Radhe

Prabhupada krpa das · Juni 29, 2014 at 5:48 am

Es ist wirklich eine große Segnung dass solch ein Königssohn, frei von allen materiellen Eigenschaften und in vollendender Liebe mit Sri Radhakrsna verbunden, noch unter uns weilt. Nutzen wir die Zeit um von Ihm einen Hauch der ewigen Liebesspiele des göttlichen Paares zu erahnen und geben wir Ihm alle Ehrerbietung die Ihm und seinem spirituellen Meistern gebührt. Alle Ehre sei Sri Sadhu Maharaja!!!

Caitanya Das · November 10, 2014 at 6:21 pm

Ihr Lieben,

es war wahrlich ein Abenteuer, und zwar eines der sehr besonderen Art. Die Liebe und die Hingabe von jedem Einzelnen hat mir so viel Kraft und Mut gegeben und mich gleichzeitig wachsen lassen. Vor unserem geliebten Lehrer Sadhu Maharaja verneige ich mich zutiefst, denn er hat mir gezeigt wie wunder-voll es ist, diesen Weg der Liebe und Hingabe zu gehen. Das alles und noch so unendlich viel mehr macht mir und ich hoffe auch Euch, dass Findhof- Abendeuer unvergesslich.

In Demut und Liebe,
Caitanya Das

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